Frau Bruns, der fünfte Fall von Bernsen & Kohlschuetter liegt endlich vor. Worum geht’s dieses Mal?

„Thüringentod“ ist das erste Buch zu einem Thüringentag, dem großen Thüringer Landesfest. Dass zu diesem wichtigen Anlass jemand ermordet wird, lässt die Ermittlungsarbeiten für Kohlschuetter und Bernsen wirklich stressig werden.  Das ganze Land schaut nun auf Sömmerda.

Und all das spielt in Sömmerda. Die beiden Kommissare kommen zu Ihnen nach Hause! Ist es anders für Sie als Autorin, wenn man jeden Winkel der Spielszenen kennt?

Es ist leichter. All das was ich kenne, muss ich mir nicht ausdenken. Und es gibt natürlich Raum für Dinge, die man im Alltag möglicherweise nur selten ausspricht oder nur selten bemerkt. Ein Kompliment, ein schöner Ort usw. Die Menschen entdecken ihre Heimat mit mir neu, das freut mich.

Stimmt es eigentlich, dass der ein oder andere Bekannte von Ihnen plötzlich auch in Ihrem Krimi auftaucht?

Natürlich. Einerseits habe ich eine feste „Stammbesetzung“ an echten Personen, wie den Buchhändler und Struppi 33. Andererseits kann sich jeder um eine Rolle im Buch bewerben bzw. ich gehe auf die Menschen zu und frage, ob es ihnen recht wäre, in einem Krimi mitzuspielen. In „Thüringentod“ macht Bernsen einen Tanzkurs in der Sömmerdaer Tanzschule Opal. Das ist für mich eine der besten Stellen im Buch.

Zu Hause scheinen Sie ja inzwischen ein richtiger Star zu sein. Die letzte Buchpremiere fand in einem ausverkauften Bierzelt statt! Das ist für eine Krimiautorin vom Land nicht selbstverständlich. Verraten Sie uns Ihr Erfolgsrezept?

Ich habe Freude bei dem was ich tue. Das spüren auch meine Leserinnen und Leser. Und ich nehme mich nicht ganz so ernst.

Der Titel „Thüringentod“ steht hoffentlich nicht für das Ende Ihrer Karriere in Thüringen. Es gibt Gerüchte, wonach Julia Bruns-Krimis inzwischen auch in anderen Teilen der Erde auftauchen. 

Der „Thüringentod“ ist ein Fall der Thüringen Kommissare. Denen bleibe ich natürlich treu. Darüber hinaus erscheint im Emons Verlag im Oktober ein Rügenkrimi von mir. „Die eiskalte Ostsee“. Darin geht es um eine junge Kommissarin, einen Pensionsbetreiber und eine alte, traurige Geschichte aus der Nachkriegszeit.

Da schließt sich dann wieder der Kreis zu Fischkopf Friedhelm Bernsen. 

Rügen und Bremen? Naja, wie man es nimmt. In jedem Fall unterstreicht es meine Affinität zum Hohen Norden.

Und was sagen wir Ihren Fans in Thüringen? Dürfen Bernsen und Kohlschuetter nochmal ran?

Davon gehe ich aus. Das letzte Wort hat immer der Verlag aber ich arbeite schon fleißig an den „Pufferküsserleichen“ (Arbeitstitel). Bernsen und Kohlschuetter ermitteln an der Oberweißbacher Bergbahn. Das wird Bernsens härtester Fall, denn seine Rotfeder plant ihren Altersruhesitz in Thüringen.