Kindelbrück

Kindelbrück, vermutlich als kleine Brückensiedlung über den Fluss Wipper gegründet und danach benannt, hat seit 1291 Stadtrecht. Die Spuren der einstigen wohlhabenden Ackerbürgersstadt, die im Mittelalter strategisch günstig an einer von Erfurt kommenden Handelsstraße lag, lassen sich heute noch sehr gut erkennen. Über die Stadtmauern hinaus bekannt wurde der Ort durch die seit 1911 bestehende Kofferfabrik. Bis Anfang der 1990er Jahre kam aus Kindelbrück das Reisegepäck für die halbe Welt. Der im Buch erwähnte Investor sowie das beschriebene Foto gab es wirklich.

www.vg-kindelbrueck.de

 

Rathaus

Schon von weitem sieht man das markante Gebäude, das nach dem großen Stadtbrand von 1582 in seiner heutigen Form errichtet wurde. Mit ihrem Rathausturm hatten sich die Kindelbrücker Bürger etwas Zeit gelassen, er wurde 1589 inklusive des Uhrwerkes angebaut. Der Greußener Uhrmachermeister König hatte sich dafür etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Ein Figurenautomat mit Sensenmann und Mondkugel. Die Freude der Kindelbrücker an ihrer außergewöhnlichen Uhr währte jedoch nur bis 1771. Ein erneuter Brand vernichtete nahezu den gesamten Ort. Doch die Kindelbrücker sind zäh und ohne ihre Rathausuhr eben keine vollständigen Kindelbrücker. Deswegen wurde 1789 nachgerüstet und nach dem Vorbild der alten Uhr jene gebaut, die heute noch zu sehen ist.

 

St. Ulrich Kirche

St. Ulrich, die einstige Marktkirche zu Kindelbrück, befindet sich kaum einen Steinwurf von dem historischen Rathaus entfernt. Ihre Entstehung soll auf das Jahr 1440 zurückgehen, ihr heutiges Erscheinungsbild stammt aus den Jahren um 1780. St. Ulrich hat die DDR-Zeit nicht unbeschadet überstanden. Doch eine engagierte Kirchengemeinde kümmert sich um die Sanierung des Gotteshauses. Natürlich steht die im Buch erwähnte Truhe am beschriebenen Platz und auch das Altarbild des Weißenseer Meisters ist zu finden…

Der Maler: www.peter-albach.de | Das Modell: www.creativladen.com/floristik

 

Gründelsloch

Thüringens stärkste Quelle findet man nicht etwa irgendwo auf den Höhenzügen des Thüringer Waldes, sondern in Kindelbrück. Aus dem Gründelsloch sprudelt das Wasser seit 1611 – bis heute ununterbrochen. Das extrem kalkhaltige und zudem eiskalte Wasser zeigt Sommer wie Winter eine wunderschöne blau-türkis-grüne Farbe und macht diese Quelle zu einem der geheimnisvollsten Orte Thüringens. In Kindelbrück weiß übrigens jeder, dass der Klapperstorch hieraus die kleinen Jungen holt.

 

Kindelbrücker Obstbau

Wenn Sie jetzt gerade in einen Apfel, eine Kirsche oder eine leckere Erdbeere beißen, dann könnte sie aus Kindelbrück stammen. Der Obstbau hat dort seit über vierzig Jahren Tradition, noch dazu eine sehr schmackhafte. Ich fand dies so eindrucksvoll, dass ich dem Obstbau ein eigenes Kapitel gewidmet habe. Und eine Leiche, aber die ist komplett erfunden. Alles andere ist die Wahrheit und musste einfach einmal gesagt werden.
www.kindelbruecker-obstbau.de

 

Bilzingsleben

Sie kennen das kleine Dörfchen Bilzingsleben im Thüringer Becken nicht? Dann wird es aber Zeit. Denn Bilzingsleben ist mit seinen siebenhundert Einwohnern eine der Wiegen der Menschheit. Doch dazu später. Ein gewisser „Bulzo“ soll die Siedlung am Fuße des Flüsschens Wipper gegründet habe. Seit 1174 ist der Ort als Stammsitz des ansässigen Adelsgeschlechtes von Bültzingslöwen urkundlich belegt. Bekannt war er zu dieser Zeit wahrscheinlich durch die umliegenden Travertinsteinbrüche. Doch der Abbau ist lange Geschichte. Was die Bilzingslebener seit 1710 dort entdecken durften, lässt die gesamte Archäologenwelt staunen.
www.bilzingsleben.de

 

Steinrinne

Feuersteinartefakte, Knochen, Geweihe, Holz, Skelettreste von Großsäugern, Fossilien von Weichtieren, Muschelkrebsen, Kleinwirbeltieren, Blütenpollen und Abdrücke von Pflanzen – kurz und gut, die gesamten Reste einer urmenschlichen Siedlungsstätte haben unter einer sechs Meter starken Travertindecke die Zeiten überdauert. Ab 1969 wurde der Steinbruch „Steinrinne“ zum offiziellen Ausgrabungsort. Und nur ein paar Jahre später zur archäologischen Sensation: Die Überreste eines Urmenschen konnten zu Tage befördert werden. Der homo erectus bilzingslebenensis war geboren.

www.steinrinne-bilzingsleben.com

 

Landhotel Altes Pfarrhaus

Ein so spektakulärer Fund benötigte nicht nur eine entsprechende Ausstellungshalle, sondern natürlich auch eine angemessene Bleibe für alle aus Nah und Fern anreisenden Geschichtsinteressierten. Seit 2013 bietet diese das Landhotel, dass – wie der Name schon sagt – im Alten Pfarrhaus zu finden ist. Die Sauna des Hotels spielt im Buch eine entscheidende Rolle und das ausgezeichnete Frühstück auch, für Kommissar Bernsen zumindest.

www.landhotel-bilzingsleben.de

 

Waldgaststätte Cleric

Die Waldgaststätte mit ihrem eigenen Forellenteich ist das Paradies für alle, die nach einem ausgezeichneten Essen in unberührter Natur suchen. Seit 1928 gibt es in der ehemaligen Teichholzmühle eine kleine Gastwirtschaft, die nach einer zur DDR-Zeit zwangsverordneten Pause wieder ihre Türen geöffnet hat. Die angebotenen Forellen stammen aus dem angrenzenden Teich, alle übrigen Produkte, soweit das möglich ist, aus der Region.

www.waldgaststätte-bilzingsleben.de | Speisekarte

 

Weihnachtsmannlauf

Seit 2004 rennen die Weihnachtsmänner zwischen Bilzingslebener Bürgerhaus und Steinrinne für einen guten Zweck um die Wette. Die Startgelder kommen der Aktion „Thüringen sagt Ja zu Kindern“ zugute. Und weil Bilzingsleben damit thüringenweit Bekanntheit erlangt hat, hat der Weihnachtsmann dort ein über drei Meter hohes Denkmal bekommen.

 

Tour de Frömmschdt

Der Radwandertag bringt hunderte Radbegeisterte seit 2005 einmal im Jahr zusammen und lässt sie durch die schöne Landschaft des Thüringer Beckens fahren. Ins Leben gerufen, wurde diese Tour durch die Bäckerei Bergmann aus Frömmstedt. Kommissar Kohlschuetter durfte das Radspektakel erleben, Bernsen hingegen, naja, lesen Sie selbst…
http://www.tour-de-froemmschdt.de

 

Fotos: Jörg Ropers (bis auf St. Ulrich Kirche)